Comenius Projekt 2013-15

Was ist ein Comeniusprojekt?

Comeniusprojekte sind von der EU geförderte Projekte, die den Kultur- und Wissensaustausch zwischen Schulen in verschiedenen Ländern der EU fördern.

Dabei entscheiden die teilnehmenden Schulen, welche Themen sie vorrangig bearbeiten möchten.

Das Ziel dieser Projekte ist es, den Zusammenhalt, die Weltoffenheit, sowie das gegenseitige Verständnis zwischen den einzelnen Ländern zu fördern.

Schüler/innen lernen bei den Begegnungen sich in englischer Sprache zu verständigen und Themen vorzutragen.
Sie erfahren die Gastfreundschaft in anderen Ländern und machen wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Schülern und Lehrern aus den Partnerländern.

Der Namensgeber dieser Projekte war der tschechische Pädagoge und Reformer Johann Amos Comenius.
Er lebte während des dreißigjährigen Krieges und war davon überzeugt, dass nur die allseitige Bildung das menschliche Miteinader verbessern könnte und ein Leben in Frieden geschaffen werden könnte.
Er setzte sich dafür ein, dass alle Kinder, unabhängig von ihrem gesellschaftlichen Stand und ihres Geschlecht, eine gute Bildung bekommen sollten.
Auf Grund seiner Reformvorschläge wurde das allgemeine Schulsystem mit muttersprachlichem Unterricht eingeführt. Seine Lehre der Unterrichtsdidaktik legte die Basis für die moderne, bis heute gültige Didaktik des Unterrichts.

Comeniusprojekt „Together für Europe, protect the environment“ 2013- 2015

Was machen die Schüler/innen der Spitalhof- Gemeinschaftsschule während des Comeniusprojekts?

Neugierig geworden? Dann weiter lesen!!

Seit dem Schuljahr 2013 haben wir an unserer Schule ein Comeniusprojekt, das von der EU gefördert wird.

Unsere Partnerschulen sind in der Tschechischen Republik in Litovel, in der Türkei in Antalya, in England in Montem und Cheswardine und in der Bundesrepublik in Ulm.

Das gemeinsame Thema; Ziele des Umweltschutzes und der Zusammenhalt in der EU wurden bei der Gründungssitzung in England festgelegt.

Dazu wurde ein Rahmenplan erstellt, der die Ziele des Projekts in Etappen festlegt.
So kommt es, dass Schüler verschiedener Altersstufen an dem Projekt teilnehmen und auch an verschiedenen Themen arbeiten.

2013- 2014

Die Klassen 4a und 4b des Schuljahres 2013/14 erforschten zu Beginn des Projekts, welche Tiere und Pflanzen rund um die Schule zu finden waren. Dabei stellten sie fest, dass es eine Vielzahl von Arten, wie Bodentiere und Vögel gab und etliche Bäume, Sträucher und Gräser.

Jede Schule legte ein Tier fest, (ein Maskottchen) das im Umfeld der jeweiligen Schule bedroht war. Bei uns war das der Spatz, der in der Stadt immer weniger Brutplätze findet. In Litovell war es der Biber, in Antalya eine Meeresschildkröte, in Montem der Rote Milan und in Cheswardin der Kingfisher, bei und Eisvogel genannt.
Zudem stellten sich die Schüler/innen die Aufgabe, die Artenvielfalt zu erhöhen.
Dazu wurden um die Schule Bäume gepflanzt, ein Apfelbaum, eine Linde, eine Kastanie und eine Kiefer. Leider ist die Kiefer wegen Trockenheit im letzten Sommer vertrocknet.

Im Frühjahr wurden dann Bienenhotels gebaut und Wildblumensamen gesät, damit die Artenvielfalt erhöht wurde.

Tatsächlich konnten die Schüler/innen beobachten, dass die Wildbienen ihre Brut in die Hotels einbrachten und auch wieder ausschlüpften.
Das Projekt des neu angepflanzten Rondells von Herrn Sonnenfroh am Eingang der Schule hat in gleicher Weise zum Erhalt der Bienenbestände rund um die Schule beigetragen und das Projekt ergänzt.
Um die Schule wurde es grüner und bunter.

Im Dezember 2013 hatten wir an unserer Schule ca. 50 Teilnehmer aus allen Partnerschulen an unserer Schule für 1 Woche zu Besuch.

Wir haben zusammen über den Biber (Raum Ulm und in Tschechien) informiert und etwas über die Wildbienen gelernt. Kulturelle Ereignisse, sowie ein Besuch Frau Mann, unserer Bürgermeisterin und zu dem Ulmer Museum mit einer Führung zu dem Löwenmenschen, haben das Programm abgerundet. Mit einem gemeinsames Essen mit allen Gasteltern, die tschechische Schüler/innen aufgenommen hatten, ging diese tolle Woche zu Ende.

Briefkontakte verstärkten die Beziehungen zwischen den Schülerinnen und Schülern aller Partnerländer.

Im Frühjahr haben wir dann den Besuch nach Tschechien vorbereitet um dort Referate in englischer Sprache über unsere Bienenhotels zu halten.

Im Juni fand dann ein Gegenbesuch in Tschechien statt. 10 Schüler/innen aus den Klassen 4a und 4b konnten mitfahren. Auch sie waren zum großen Teil bei Gasteltern untergebracht. Das förderte die Beziehungen und gab uns Einblick in das Leben unseres Gastlandes. Die Woche in Tschechien gehört wohl für alle Schüler/innen zu dem Höhepunkt in diesem Jahr. Wir hatten das Gefühl wirklich bei Freunden zu Besuch zu sein und unsere Schüler/innen haben sich prima in englisch, türkisch, deutsch und tschechisch mit den Tschechen und allen anderen Teilnehmern verstanden. Dabei lernten wird, wie sie ihre Umwelt achten und schützen und haben auch dort Bäume gepflanzt und ein Niedrigenergiehaus besucht.

Leider wechselten dann viele Schüler aus den 4. Klassen in andere Schulen, so dass sie nicht mehr an dem Comeniusprojekt teilnehmen konnten.

Darum wird in diesem Schuljahr das Projekt mit Schülern der Klassen 5 und 6 fortgeführt.

2014-2015

Seit Beginn dieses Schuljahres hat sich eine Gruppe von 20 Schüler/innen gefunden, die fortwährend an den Umweltfragen arbeiten und den Kontakt zu den Partnerschulen hält.

In diesem Herbst haben wir uns vorrangig mit alternativen Energien, dem Heizsystem der Schule und mit Solarenergie beschäftigt.
Herr Walter, unser Hausmeister führte uns durch die Heizungsanlage der Schule und hat uns viel erklärt. Wir verstanden, dass unsere Schule sehr viel Heizenergie verbraucht, aber dass auch schon viele Maßnahmen zum Energiesparen durchgeführt wurden.

Versuche zu Energiesparhäusern

Dazu haben wir ein Styropor- Modellhaus mit Solarkollektoren, einem Rotor und einem Wasserbehälter untersucht und Versuche damit gemacht.
Wann und wie heizt sich ein solches Haus auf, wie kann es im Sommer gekühlt werden, warum ist es besser als andere Häuser in der Wärmetechnik? Das waren unsere Fragen.

Die Ergebnisse der Versuche haben wir in der Türkei in der Schule in Antalya in englischer Sprache vorgetragen.
Die türkischen und tschechischen Schüler waren sehr daran interessiert und haben sofort verstanden, dass Solarkühlung für ihr Land wichtig wäre.
Auch unser Besuch bei der türkischen Partnerschule, die wir mit 12 Schülern der Projektgruppe besucht haben, war ein bunter Strauß an tollen Erfahrungen und das Kennenlernen einer ganz anderen Kultur. Wir konnten die türkische Gastfreundschaft erleben und viele besondere antike Stätten, wie das Amphitheater in Aspendos und das Antalya- Museum mit antiker Kunst aus der griechischen und römischen Epoche bewundern.

Auch in der Türkei haben wir gesehen, dass sich unsere Schüler/innen sehr gut mit englisch, deutsch und türkisch verständigen konnten.

Unser nächster Besuch wird dann im Juni 2015 zu den englischen Schulen gehen. Bis dahin haben wir noch viel vorzubereiten und werden weiter an den alternativen Energien arbeiten.

Wir sind froh, dass wir an einem solchen Projektteilnehmen können und wir Zeit im Unterricht haben uns mit so interessanten, zukunftsweisenden Fragen zu beschäftigen.

Fragt doch mal die Comeniusgruppe nach ihren Erfahrungen und eindrücken, sie können euch viel erzählen.
Übrigens, bald gibt es einen Comeniusabend, zu dem wir Schüler/innen, Lehrer und Eltern einladen werden.
Neugierig geworden? Dann fragt uns doch mal!

von Claudia Weil-Jürgens

Spitalhof Schule